Arbeitspakete

RiverBoat (AP 1)

Wesentliches Ziel für die Arbeiten im Rahmen des Arbeitspaketes ist, dass Daten auch in unbefestigten, flachen und z. T. schwer zugänglichen Gewässerbereichen erfasst werden können, in denen bemannte Boote nicht operieren können. Das Ziel besteht vor allem auch darin, die Daten gleichzeitig sowohl über als auch unter Wasser aufzunehmen.

Für die komplexen Aufgabenstellungen des Vorhabens ist eine neuartige technische Systemlösung zu entwickeln, die sich durch eine modulare Architektur mit einem sehr hohen Integrationsgrad auszeichnet und die parametrische und bildgebende Messsensorik auf einer Montageplattform vereint sowie eine lokale Datenverarbeitung und einen Datentransfer zu RiverAdmin gewährleistet. Als Trägereinheit, die auch ein Befahren schwer zugänglicher kleiner und mittlerer Gewässer ferngesteuert zulässt, bildet RiverBoat ein wesentliches Element von RiverView®.

RiverDetect (AP 2)

Ziel des Arbeitspaketes RiverDetect ist die Implementierung und Anpassung von bestehenden Sensoren zur Gewässergüteüberwachung. Diese Sensoren sollen in das RiverBoat implementiert werden und während der Fahrt automatisch messen, andere an einer Seilwinde abgelassen werden, um auch Messungen in tieferliegenden Gewässerschichten durchführen zu können. Im Rahmen des Vorhabens sollen die maßgebenden Parameter wie Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Leitfähigkeit und Temperatur erfasst werden. Aufgrund der Vielzahl von grundsätzliche denkbaren Gewässergüteparametern erfolgt im Vorhaben vorerst eine Beschränkung auf wesentlichen Parameter, um die hard- und softwaretechnischen Grundlagen für die Systemintegration zu erarbeiten und die verfahrenstechnischen Abläufe im Gesamtkontext zu erproben. Dabei sollen die Schnittstellen bereits so ausgelegt werden, dass bei Bedarf (im Projektverlauf oder ggf. auch in einem zukünftigen Projekt) weitere Sensoren modular ergänzt werden können.

RiverScan (AP 3)

Das Ziel des Arbeitspaketes RiverScan ist die Entwicklung eines mobilen multisensoralen Überwasser-Mappingsystems für die (halb)automatische Bildanalyse und -messung. Die Grundlage bildet ein omnidirektionales Mehrkamerasystem (Panoramakamerasystem), das auf der Montageplattform installiert wird, so dass die komplette Raumumgebung bei Messfahrten mit hoher zeitlicher Auflösung photographisch erfasst werden kann. Zusammen mit der Sonarsensorik von RiverBoat kann die geometrische Situation somit unter und über Wasser vollständig und lückenlos entlang des Flusslaufes kartiert werden. Alle Aufnahmen werden zusammen mit den Zeit- und Navigationsdaten, die u. a. für die zeitliche und räumliche Referenzierung der Bilddaten benötigt werden, sowie den übrigen Gewässerparametern in der Datenhaltungskomponente von RiverAdmin gespeichert.

RiverAdmin (AP 4)

Das anvisierte Datenmanagementsystem dient der Verwaltung, Prüfung, Verarbeitung, Bereitstellung und Koordination der durch die anderen Module generierten Daten. Auf Basis eines umfassenden Datenmodells zur integrierten und persistenten Speicherung aller erfassten bzw. relevanten Informationen wird ein Geodatenbanksystem implementiert. Das System ermöglicht das zentrale Management der Daten bei gleichzeitigem Zugriff durch interessierte oder verantwortliche Nutzer unter Beachtung des open data-Konzepts. Die folgenden Teilziele werden definiert:

Die Daten des Managementsystems werden durch die Praxispartner (WVER und EGLV) in die eigenen Flussgebietsinformationssysteme eingebunden. Praxistests des Verfahrens durchgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit aller Systemkomponenten nachzuweisen, um den Mehrwert des RiverView®-Systems in Bezug auf ein verbessertes, integriertes, räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Monitoring der Prozesse aufzuzeigen und den Mehrwert für ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement darzustellen.

RiverWorks (AP 5)

In AP5 wird die zielgruppenspezifische Wissensvermittlung sichergestellt. Anschließend an das zuvor beschriebene Datenmanagementsystem findet der Aufbau einer RiverApp statt, um den Zugriff unterschiedlicher Akteure aber auch der interessierten Öffentlichkeit auf die Daten zu ermöglichen.

Die Ergebnisse des Vorhabens sind zielgruppenspezifisch (Akteure der Wasserwirtschaft, Wissenschaft, Bevölkerung) zu vermitteln. Dies wird durch eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Beteiligung zu identifizierender Akteure in Form von Veranstaltungen und Workshops gewährleistet. Des Weiteren sind im Hinblick auf die Nutzbarmachung des Webportals (WebGIS) technische Rahmenbedingungen potentieller Nutzer (z. B. Wasserverbände) zu prüfen und die Entwicklungen hierauf abzustimmen.